(...) Stoff für eine subtile Erzählung im Stile Gogols, aber auch Stoff für ein nicht minder gewitztes Monologstück mit Thomas Döttling als Darsteller. Unter der Regie von Andrea Moll bringt dieser eine Ausstrahlung über die Rampe, die außerordentlich ist für einen jungen Schauspieler. Döttling erweist sich als überaus verwandlungsfähig, gewinnt seiner Rolle sowohl die leisen, als auch die lächerlichen Töne ab, schafft eine exzentrische Figur zwischen Aberwitz und Würde. Nein, das ist kein behäbiger Onkel Geschichtenerzähler, der sein Text aus dem Bauch kramt, sondern ein Vollblütiger Akteur, der jedes Wort auf seine Weise nachspielt. Döttling verliest nicht die „Aufzeichnungen“, er bringt die ganze verrückte Welt auf die Bretter. Nichts mehr ist bloße Erzählung, alles ist Drama in einer Gogol-Inszenierung der KIEW. (...)
John von Düffel, Kultur Joker (1990)
