Programm
„Wo Hass und Liebe brüten“

(...) Ion Cojar (Professor von der Akademie für Theater und Film in Bukarest) hat Gorkis Stück, das beim Lesen so unanschaulich, schwierig und chaotisch wirkt, nicht nur einen klaren, festen Rahmen gegeben, sondern auch die unerhört abwechslungsreiche Dynamik darin perfekt inszeniert. Tobende Wutausbrüche und wüstes Aufbegehren stehen unvermittelt neben den Momenten zärtlichster Schwärmerei. Brutale Erniedrigung folgt unmittelbar auf fromme Reflexionen über Tod und Ewigkeit. (...) Denn „Nachtasyl“ verfügt über Pausenzeichen wie eine musikalische Partitur, und mitten hinein in das enge Gewimmel der lärmenden, einander überkreuzenden Leidenschaften hat Cojar meisterhaft gerade diese Momente erschreckten Innehaltens und plötzlichen Schweigens – im Angesicht des Nichts – eingefügt. (...)

Peter Winterling, Badische Zeitung (1994)