Sprechenlernen – im Hinblick auf die komplexen sprecherischen und sprachlichen Leistungen des Schauspielers – ist nichts anderes als der Erwerb von Funktionen, deren Ablauf bestimmt wird vom Bau des menschlichen Körpers in seiner umfassenden Ganzheit, von dem Zusammenspiel aller physischen und psychischen Kräfte.
Folgende Diszipline bestimmen den Trainings- bzw. Schulungsverlauf, die aber nur als jeweiliger Teilaspekt des gesamten Sprechvorgangs angesehen werden dürfen, da sie im Moment des Sprechens auf der Bühne nur in ihrer Gesamtheit an´s Licht kommen:
- Atemtechnik
Die atemrhythmisch angepasste Phonation, die geräuschlose Vollatmung, reflektorische Inspiration, Abspanntechnik
- Stimmbildung
Tonstütze / Appoggio, Kraft und Ökonomie, Haltung (innere und äußere), Schwerpunkt, kinästhetisch Wahrnehmung, Tonusregulierung, Ansatzrohr / faukale Weite, Resonanz, Stimmeinsatz, Stimmhygiene, Tragfähigkeit, Kraftstimme, Indifferenzlage, Kontaktfähigkeit, Impedanz
- Gehörschulung
funktionelle Gehörkontrolle, dialektbedingte Aussprachefehler (Bewustwerdung), Proxemik, Wahrnehmung der eigenen Stimme (Mikrofonsprechen)
- Artikulationstraining
korrektive Phonetik (Dialektbeseitigung), Hochdeutsche Bühnenlautung, Geläufigkeit und Genauigkeit, Beweglichkeit der Sprechwerkzeuge, plastische Artikulation, Abspanntechnik
- Ausdrucksschulung
Stimme und Geste als Ganzes, Präsenz, der Stimmklang als Persönlichkeitsmerkmal, rhetorische Komponenten, Formungs- und Mitteilungswille, situatives und sinnaktives Sprechen, das lebendige Auge
- Körperstimmtraining
rhythmisches Spannen und Lösen, Eutonie (Hypertonie und Hypotonie in der Balance), Körpermitte, Schwerpunkt, Kraftstimme
- Arbeit am Text
Rollentexte, Monologe, Lyrik, chorisches Sprechen , Moderation, Synchronsprechen

